Skip to main content

Ethik

Begriffsdefinitionen

  • Ethik (gr. ethos = Charakter, Gesinnung, Sitte, Gewohnheit): individuelle, persönliche Haltung / Werte; subjektiv, von jedem selbst abhängig
  • Moral: heteronom (gr. heteros = anders, verschieden, fremd) → Normen, Sitten und Bräuche in einer Gruppe
  • Gesetz: schriftlich fixierte Moral
  • heteronom: fremdbestimmt
  • autonom: selbstbestimmt

Teleologische Positionen

Frage nach dem Ziel der Handlung

Hedonismus

Das Ziel im Hedonismus ist die Maximierung von Lust (Essen, Trinken,...) und die Minimierung von Unlust bzw. Schmerz. Dabei soll die Lust gezielt kontrolliert werden, man solle weder Asket werden, noch sich von seiner Lust in eine Sucht treiben lassen. Laut Epikur sei eher die geistige Lust wichtig - z.B. Gespräche mit Freunden, Musik hören etc.

Stoizismus

Im Stoizismus wird zwischen Dingen unterschieden, die man kontrollieren kann, und Dingen, die man nicht kontrollieren kann. Man soll sich auf das Eigene fokussieren, auf die Dinge, die man kontrollieren kann, und darauf, wie man mit unkontrollierbaren Dingen umgeht. Dabei soll keine Energie auf unkontrollierbare Dinge verschwendet werden. Die vier Tugenden im Stoizismus sind:

  • Weisheit
  • Mut
  • Gerechtigkeit
  • Mäßigung

Eudämonismus

Laut Aristoteles ist das übergeordnete Ziel die Glückseligkeit bzw. das Glück, alles andere (Auto, Matura,...) nur Mittel zum Zweck. Mit Glück meint er nicht kurze Glücksmomente, sondern ein langfristig glückliches Leben. Für das Glück sei einerseits das Nachdenken, andererseits das Mittelmaß an Dingen (Spais & Trank, Sport usw.) nötig. Auch bei Tugenden sei die Mitte wichtig, so definiert er folgende Eigenschaften als Extrema und die Mitte dazwischen:

Extremum Mitte Extremum
Tollkühnheit Mut / Tapferkeit Feigheit
Verschwendung Großzügigkeit Geiz
Wollust Mäßigung Stumpfheit

Egoismus bzw. Mitleidsethik

Egoismus ≠ Altruismus

Alle Handlungen seien durch einen eigenen Vorteil motiviert. Selbst bei scheinbar selbstlosen Handlungen sei, selbst wenn nicht auf den ersten Blick ersichtlich, ein Vorteil der Antrieb. Hobbes sieht den Menschen als böse und egoistisch (vgl. Anthropologie / Menschenbilder). Scheinbar selbstlose Handlungen argumentiert er mit dem Mitleid: man stelle sich vor, man wäre selbst in der Situation und leide deshalb mit. Schopenhauers Argumentation ist ähnlich, laut ihm seien wir alle eins und leiden mit anderen Menschen mit. Er bezeichnet das Leben als eine "missliche Sache".

Utilitarismus

lat. utilis = nützlich

Das übergeordnete Ziel jeder Handlung sei ihre Nützlichkeit. Im Utilitarismus nach Jeremy Bentham und John Stuart Mill geht es darum, mit seiner Handlung das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl von Menschen zu erwirken. Man sollte lieber ein gebildeter, aber unzufriedener Mensch sein wollen als ein ungebildetes, aber glückliches Schwein. Das Schwein sei nur deshalb glücklich, da es sich mit niedrigeren Formen der Lust begnüge als der gebildete Mensch. Dieses "Herabsetzen" sei egoistisch (für sich selbst bringt es Glück), für die Allgemeinheit ist ein gebildeter Mensch aber viel nützlicher als ein ungebildetes Schwein. Kurzum sei das Glück möglichst vieler vor das eigene Glück zu stellen.