Grundlagen, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorien
Grundlagen & Begriffsklärung
- philosophos = philo (lieben) + sophos (Weisheit/Wissender) → der die Weisheit liebende (griechisch)
- Suche nach Wahrheit > Besitz
- Anfang der Philosophie = thaumazein (Staunen)
Mythos: Mythen/Staunen über unerklärliche Wunder
Logos: rationale Erklärungen → Philosophie/Wissenschaft
Philosophie: Mythos → Logos
Bertrand Russell (Philosophie ≠ sichere Antworten)
Philosophie = "restliche" ungeklärte Fragen
sobald sichere Antwort → Abspaltung von der Philosophie (→ Wissenschaft)
Wert der Philosophie = Ungewissheit (befreit von Vorurteilen)
Erkenntnistheorien
Methoden zum Erlangen von Wissen
Rationalismus (René Descartes)
Vernunft = einzige zuverlässige Quelle (Sinne täuschen/Traum oder wach?)
zweifelt alles an, um sicheres Fundament zu finden → Fähigkeit zu denken (Cogito ergo sum)
Empirismus (Locke, Hume, Russell)
Erkenntnis durch Erfahrung (≠ Rationalismus)
bei Geburt: tabula rasa (leeres Blatt) → durch Erfahrung beschrieben
impressions: unmittelbare Wahrnehmungen
ideas: Vorstellungen von impressions
kritisieren Kausalität (Ereignisse haben Ursachen; → Billiardkugeln) → ich muss eine Erfahrung immer erneut machen (schließen auf Ergebnis anhand voriger Erfahrung falsch - nur Gewohnheit)
Logischer Empirismus: Erscheinung ≠ Wirklichkeit (z.B. Farbe: verändert durch Licht, wir sehen nicht die "wahre" Farbe)
Kritizismus (Immanuel Kant)
verbindet Rationalismus und Empirismus (gegensätzlich)
nicht Erkenntnis richtet sich nach Gegenständen, sondern Gegenstände nach Erkenntnis
Erkenntnisse können sein:
- a priori: unabhängig von Erfahrung
- a posteriori: aus Erfahrung stammend
Arten von Urteilen
- analytische Urteile: Tautologien, nicht wissenserweiternd (Kugel ist rund)
- synthetische Urteile (a posteriori): neue Erkenntnisse (Kugel ist rot)
- synthetische Urteile a priori: wissenserweiternd, aber von Erfahrung unabhängig (7 + 5 = 12; alles hat eine Ursache)