Kernphysik

Grundlagen

Rutherford-Experiment

Rutherford schoss mithilfe eines Alphastrahlers (Radium) Alphateilchen auf eine Goldfolie. Nur wenige Teilchen wurden abgelenkt/reflektiert → der Atomkern ist sehr klein; der Kern ist positiv, die Hülle negativ.

Atombau

Der Atomkern besteht aus Nukleonen (Kernbausteinen), also Protonen und Neutronen. Positiv geladene Protonen haben eine Masse von 1,673 ⋅ 10-27 kg, Neutronen eine Masse von 1,67 ⋅ 10-27 kg und negativ geladene Elektronen eine Masse von 9,11 ⋅ 10-31 kg. Der Atomkern ist somit deutlich schwerer als die Hülle.

Periodensystem

Anzahl der Nukleonen/Massezahl (A) = Anzahl der Protonen p+ (Z) + Anzahl der Neutronen n (N)

Es gibt gleich viele Protonen wie Elektronen (neutral geladen).

Nuklidkarte

In der Nuklidkarte stehen Protonen- und Neutronenzahl, Stabilität, Halbwertszeit und Zerfallsart → "Periodensystem des Kernphysikers"

Kernkraft

Kernkraft = starke Wechselwirkung = Kraft, die im Atomkern Nukleonen untereinander anzieht

Zu großer Neutronenüberschuss → instabiler Kern → zerfällt

Die Kernkraft

Die Grundkräfte der Physik:

Bindungsenergie im Kern

Semiempirische Bethe-Weizsäcker-Formel aus fünf Beiträgen:

Volumenterm

Starke Wechselwirkung (gilt nur für direkte Nachbarn)

+ für Bindungsenergie

Oberflächenterm

Gleicht Fehler des Volumenterms aus (an der Oberfläche keine direkten Bindungspartner)

- für Bindungsenergie

Coulombterm

Elektrostatische Abstoßung der Protonen

- für Bindungsenergie

Asymmetrieterm

Stark unterschiedliche Protonen-/Neutronenzahl → geringere Stabilität; Term verschwindet bei Protonenzahl = Neutronenzahl

- für Bindungsenergie

Paarungsterm

Die Bildung von Proton-Proton-Paaren und Neutron-Neutron-Paaren ist positiv für die Bindungsenergie. Bei gerader Protonen- und Neutronenzahl ist der Term positiv für die Bindungsenergie, bei gerader Protonen- und ungerader Neutronenzahl (und umgekehrt) neutral und bei ungerader Protonen- und Neutronenzahl negativ.

Massendefekt

Einzelne Nukleonen sind schwerer als gebundene Nukleonen (in einem Atomkern)

Radioaktivität

Radioaktivität wurde von Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt. Später prägten Henri Becquerel und Marie und Pierre Curie den Begriff der Radioaktivität, wofür das Ehepaar Curie auch Nobelpreise erhielt.

Zerfallsarten

Instabile Kerne können auf unterschiedliche Arten zerfallen.

Alpha-Zerfall

AZX -α→ A-4Z-2Y + 42He + ΔE

Beta-Minus-Zerfall

AZX -β-AZ+1Y + 0-1e- + 00νe

Beta-Plus-Zerfall

AZX -β+AZ-1Y + 01e+ + 00νe

Gamma-Übergang

AZX* -γ→ AZX + γ

Aktivität

Anzahl der Zerfälle pro Zeiteinheit: A = Δ N / Δ t

Einheit: Becquerel Bq (früher: Curie Ci = Aktivität 1g Radium)

Halbwertszeit

Vorhersage über Zerfallszeitpunkt eines Kerns unmöglich, aber: Halbwertszeit einer bestimmten Menge τ (→ Exponentialfunktion N(t) = N0 ⋅ e -λ ⋅ t)

Radioaktive Strahlung

Strahlungswirkung

Zur Abschätzung von Schäden: Äquivalentdosis. Diese wird mit Gewebefaktor ω multipliziert, die einzelnen Teile wieder zusammenaddiert (rarr; gesamte Äquivalentdosis)

α-Strahlen sind sehr schädlich (vgl. Bewertungsfaktor q), lassen sich aber leicht abschirmen. γ-Strahlen dagegen sind kaum abschirmbar.

Grenzwerte

Stochastische Strahlenwirkung

Wahrscheinlichkeit der Schäden nach Strahlendosis; sinkt irgendwann wieder ab (da Zellen bereits abgestorben / keine neue Zellteilung mehr)

Deterministische Strahlenwirkung

Fixer Schaden nach Strahlendosis; Steigt ab Schwellendosis (fixe Schäden) an.

Strahlenschutz

Die 5 A's des Strahlenschutzes

Abschirmen


Revision #14
Created 26 April 2026 11:54:17 by Teodor Bátkai
Updated 27 April 2026 04:41:22 by Teodor Bátkai